Warum Sonne Akne kurzfristig versteckt aber langfristig verschlimmert

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Viele kennen das Phänomen: Im Sommer wirkt die Haut plötzlich besser. Pickel werden weniger sichtbar, Rötungen verschwinden und das Hautbild scheint sich zu beruhigen. Doch kaum ist der Urlaub vorbei oder der Herbst beginnt, kommen die Unreinheiten oft stärker zurück als zuvor. Zufall? Ganz im Gegenteil.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Sonne Akne zwar kurzfristig kaschieren kann, die eigentlichen Prozesse unter der Haut aber häufig sogar verstärkt. Gleichzeitig weiß die Forschung heute: Akne entsteht nicht durch mangelnde Hygiene oder ein Stück Schokolade. Vielmehr handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel aus Hormonen, Hautmikrobiom, Entzündungen, Ernährung und Lebensstil. Genau deshalb entwickelt sich auch die Kosmetik ständig weiter: weg vom einfachen "Pickel austrocknen" hin zu ganzheitlichen Behandlungskonzepten. Bevor wir uns ansehen, was moderne Kosmetik heute dagegen tun kann, lohnt sich zunächst ein Blick auf den größten Irrtum rund um Sommer und Akne.

Warum Sonne Pickel zuerst verschwinden lässt und später zurückbringt

Betroffene kennen sie wahrscheinlich, die Hoffnung nach dem Sommer, dass die Haut jetzt endlich dauerhaft besser bleibt. Viele glauben nämlich, dass Sonne ihrer Haut guttut, auch wenn es nicht so ist. Es gibt dafür sogar eine wissenschaftliche Erklärung:

UV-Strahlung wirkt kurzfristig entzündungshemmend und beruhigt gerötete Hautareale. Gleichzeitig kaschiert die entstehende Bräune Rötungen optisch, sodass das Hautbild gleichmäßiger erscheint. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, die Akne würde sich verbessern. Doch genau hier beginnt das eigentliche Problem. Die Sonne beeinflusst nämlich Akne sogar auf mehreren Ebenen. Zwei davon werden besonders häufig unterschätzt.

Postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) bei Akne

Die postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH), Leidtragende kennen es vielleicht auch als „Pickelmal“, ist eine Reaktion der Haut auf vorangegangene Entzündungen, wie sie bei Akne vorkommen. Es werden die Melanin-bildenden Zellen (Melanozyten) angeregt, viel mehr Melanosome auszuschütten. Dadurch erhalten die zuvor verwundeten Stellen eine dunklere Einfärbung, die auch nach Abheilung noch lange bestehen bleibt. Auch wenn die Sonne hier nicht die Ursache der Verfärbung ist, können UV-Strahlen die Stärke der Verfärbung um einiges verschlimmern.

Hyperkeratinisierung bei Akne

Uns ist bekannt, dass sich Haut vor UV-Strahlung schützt, indem sie mehr Keratin produziert. Dies soll normalerweise die Haut besonders vor äußeren Einwirkungen schützen. Wird aber zu viel Keratin produziert, wie bei der sogenannte Hyperkeratinisierung, führt dies zu einer auffälligen Verdickung (Verhornung) der oberen Hautschicht. Dies verengt logischerweise die Ausgänge der Haarfollikel, Talg kann schlechter abfließen, sammelt sich also unter der Haut an und schafft ideale Bedingungen für weitere Entzündungen. Dieser sogenannte Rebound-Effekt sorgt häufig dafür, dass nach dem Sommer deutlich mehr Pickel auftreten als zuvor. Viele Dermatolog:innen nennen dieses Phänomen deshalb auch "Herbst-Akne".

Doch UV-Strahlung ist längst nicht der einzige Sommerfaktor. Selbst ohne direkte Sonne gerät unreine Haut schnell unter Stress.

Hitze und Schweiß: Die unterschätzten Verstärker

Bereits ein Anstieg der Hauttemperatur erhöht die Talgproduktion messbar. Gleichzeitig verändert Schweiß beim Verdunsten den pH-Wert der Haut, weil er Milchsäure und Aminosäuren enthält und somit beim Verdampfen den Säureschutzmantel stärkt, indem er den ph-Wert senkt.  

Die Hornschicht quillt auf, weil das Wasser des Schweißes in die äußeren Hautzellen eindringt und dort von Proteinen (zB Keratin) gebunden wird. Aber dadurch lösen sich abgestorbene Hautzellen schlechter und die Poren verstopfen leichter. Zusammen mit überschüssigem Talg entsteht eine ideale Umgebung für Cutibacterium acnes, das Entzündungen zusätzlich verstärken kann.

Interessant ist dabei: Schweiß verursacht keine Akne. Erst das Zusammenspiel aus Hitze, Talg, aufgequollener Hornschicht und verändertem Hautmikrobiom macht ihn zum Problem.

Akne beginnt lange bevor der erste Pickel sichtbar wird

Bis jetzt haben wir gesehen, was Akne von außen verschlimmern kann. Spannend ist aber auch die Frage: Was passiert eigentlich unter der Haut, lange bevor wir den ersten Pickel überhaupt sehen?

Der sichtbare Pickel ist eigentlich nur das Ende einer Entwicklung, die oft Wochen zuvor begonnen hat, wie wir schon bei der Herbst-Akne angesprochen haben.  Meistens haben Pickel etwas mit Hormonen zu tun. Unter hormonellem Einfluss produzieren die Talgdrüsen nämlich mehr Sebum, besser bekannt als ‚Talg‘. Gleichzeitig werden abgestorbene Hautzellen nicht mehr richtig abgestoßen. Es entstehen winzige Verstopfungen, sogenannte Mikrokomedonen – die eigentliche Grundlage jeder Akne. Erst später entwickeln sich daraus Mitesser, Papeln oder entzündliche Pusteln. Deshalb reicht es selten aus, einzelne Pickel zu behandeln. Erfolgreiche Aknekonzepte setzen deutlich früher an.

Ungeschminkte junge Frau mit entzündlicher Akne im Gesicht und einer dezenten wissenschaftlichen Darstellung des Hautmikrobioms auf der Wange

Das Hautmikrobiom: Der neue Schlüssel zur Akne

Noch vor wenigen Jahren galt das Aknebakterium Cutibacterium acnes als Hauptverursacher. Heute weiß man, dass nicht das Bakterium selbst das Problem ist, sondern das Gleichgewicht des gesamten Hautmikrobioms. (Siehe auch Blog ‚Hautmikrobiom‘)

Auf gesunder Haut leben Milliarden Mikroorganismen, die gemeinsam die Hautbarriere schützen und das Immunsystem unterstützen. Gerät dieses Ökosystem aus dem Gleichgewicht, spricht man von einer Dysbiose. Genau diese spielt bei Akne eine zentrale Rolle. Bestimmte Stämme von Cutibacterium acnes fördern Entzündungen und Biofilme, während andere sogar schützende Eigenschaften besitzen. Deshalb beschäftigen sich aktuelle Forschungsarbeiten intensiv mit Präbiotika, Postbiotika und mikrobiomfreundlichen Pflegekonzepten. Ziel ist es nicht mehr, sämtliche Bakterien zu beseitigen, sondern das natürliche Gleichgewicht der Haut wiederherzustellen.

Wenn das Gleichgewicht der Haut so wichtig ist, stellt sich automatisch die nächste Frage: Warum versuchen so viele Menschen ausgerechnet dieses Gleichgewicht 'wegzureinigen'?

Weniger Pflege ist manchmal mehr

Viele reagieren auf Pickel nach dem Motto: Mehr hilft am Meisten, also noch öfter ein Peeling, noch ein zusätzliches Waschgel und vielleicht noch schnell eine alkoholhaltige Lotion dazu. Die Haut sieht das allerdings meist ganz anders. Kurzfristig fühlt sich die Haut danach vielleicht sauberer an, jedoch kommt es öfter vor, dass die Haut nach diesen Alltagsroutinen bereits austrocknet. Langfristig wird dadurch die Hautbarriere mehr geschädigt als gepflegt. Es entstehen gerade durch Austrocknung Risse, neue Irritationen und das Mikrobiom gerät noch stärker aus dem Gleichgewicht, als vor dem aggressiven Rubbeln und Reiben.

Moderne Aknepflege verfolgt deshalb einen anderen Ansatz: gründlich reinigen, ohne die Haut auszutrocknen oder ihre Schutzfunktion zu zerstören. Aber damit ist das Thema der Akneprevention noch nicht ‚gegessen‘, denn selbst die beste Pflege ist nur ein Teil des Puzzles. Auch das, was täglich im Körper und im Verdauungstrakt passiert, beeinflusst die Haut deutlich stärker als lange angenommen.

Ernährung und Lebensweise beeinflusst die Haut stärker als lange gedacht

Jahrelang wurde die Frage, ob Ernährung Akne verursacht, kontrovers diskutiert. Heute gibt es deutlich klarere Hinweise, was genau das Zusammenspiel angeht. Vor allem Lebensmittel mit hoher glykämischer Last – also stark zuckerhaltige Produkte, Softdrinks oder Weißmehl sowie ein hoher Konsum von Milch- und Molkeprodukten stehen mit schwereren Akneverläufen in Zusammenhang. Vermutlich spielen dabei hormonelle Signalwege rund um Insulin und einem wichtigen Wachstumshormon namens IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1) eine entscheidende Rolle. Ein erhöhter IGF-1-Spiegel im Blut, welcher oft ausgelöst wird durch Ernährung und Lebensstil, ist ein zentraler biologischer Treiber bei der Entstehung von Akne. Ein Nährstoff wird in diesem Zusammenhang besonders häufig untersucht und von uns im Gesamtheitssystem empfohlen: Omega-3

Omega-3 statt Wundermittel

Omega-3-Fettsäuren können Akne zwar nicht heilen, mehrere Studien zeigen jedoch entzündungshemmende Effekte. Besonders in Kombination mit einer mediterranen Ernährung lassen sich häufig Verbesserungen entzündlicher Hautveränderungen beobachten.

Gleichzeitig lohnt sich der Blick auf Nahrungsergänzungsmittel. Hochdosiertes Vitamin B6, Vitamin B12, Jodpräparate oder Molkeprotein-Shakes können Akne bei manchen Menschen sogar verschlechtern. Gerade bei sportlich aktiven Jugendlichen wird dieser Zusammenhang häufig übersehen. Neben Ernährung gibt es jedoch noch einen weiteren Faktor, den viele Betroffene sofort an ihrer Haut erkennen:

Stress ist sichtbar

Prüfungsphase, wenig Schlaf oder anhaltender Stress. Und als hätte Prüfungsdruck nicht schon gereicht, mischt sich die Haut auch noch ein. Stress erhöht unter anderem den Cortisolspiegel und beeinflusst weitere Botenstoffe, die Entzündungsprozesse fördern können. Dadurch verschlechtern sich bestehende Akneverläufe häufig zusätzlich.

Akne ist deshalb nicht nur ein Hautproblem, sondern häufig Ausdruck verschiedener Prozesse im gesamten Körper. Die gute Nachricht ist: Viele dieser Faktoren können zwar nicht vollständig verhindert, aber gezielt beeinflusst werden. Genau hier beginnt die Arbeit im Kosmetikstudio.

Was moderne Kosmetiker:innen heute beitragen können

Die Aufgabe eines Kosmetikinstituts besteht heute längst nicht mehr nur in der klassischen Ausreinigung. Im Mittelpunkt stehen individuelle Hautanalysen, mikrobiomfreundliche Pflegekonzepte, professionelle Komedonenentfernungen sowie die Begleitung dermatologischer Therapien. Moderne Aknebehandlungen sollen Entzündungen reduzieren, die Hautbarriere stärken und langfristig Narben verhindern.

Besonders wichtig sind nicht-komedogene Pflegeprodukte mit leichter Feuchtigkeit, beruhigenden Inhaltsstoffen wie Niacinamid oder Zink sowie barrierestärkenden Formulierungen.

Auch innovative Ansätze gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dazu gehören mikrobiomorientierte Dermokosmetik mit Prä- und Postbiotika ebenso wie moderne LED-Lichttherapien. Vor allem blaues Licht mit etwa 415 nm zeigt wissenschaftlich belegte antibakterielle Effekte gegen akneassoziierte Bakterien. In Kombination mit rotem Licht lassen sich zusätzlich regenerative und entzündungshemmende Prozesse unterstützen.

Das wichtigste Ziel: Narben vermeiden

Viele von uns denken bei Akne zuerst an Pickel und Pusteln, aber wichtig bei der Behandlung ist es, auch gleich an Narben und deren Vermeidung zu denken. Je länger Entzündungen bestehen bleiben, desto größer ist das Risiko dauerhafter Hautveränderungen. Moderne Therapiekonzepte müssen deshalb vor allem ein Ziel verfolgen: Entzündungen frühzeitig kontrollieren und damit langfristige Narbenbildung verhindern. Dazu gehört auch die Aufklärung der Kunden zu allen hier genannten Themen, damit es zu keinem Bedauern kommt.

Wie sind deine Erfahrungen mit Akne?

Akne gehört zu den häufigsten Gründen, warum Kund:innen ein Kosmetikinstitut aufsuchen und trotzdem haben wir nie ausgelernt, denn unser Wissen darüber verändert sich ständig. Das Hautmikrobiom, moderne Wirkstoffe, Ernährung oder der Einfluss von Sonne und UV-Strahlung zeigen, wie komplex dieses Hautbild tatsächlich ist. Im zweiten Teil zum Thema Akne gehen wir deshalb noch tiefer und beleuchten moderne Behandlungsmethoden.

Wie gehst du in deinem Institut mit Akne um? Beobachtest du nach dem Sommer ebenfalls häufiger stärkere Akne-Ausbrüche? Welche Behandlungen oder Pflegeroutinen haben sich bei deinen Kund:innen besonders bewährt?

Schreib uns deine Erfahrungen gerne per email an cph@mb-skinrevolution.eu.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und vorformuliert. Sämtliche Inhalte wurden von unserem Redaktionsteam fachlich geprüft, überarbeitet und freigegeben.

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