Rosazea & Couperose entlarvt: Was wirklich dahintersteckt  

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Rötungen, sichtbare Äderchen, Brennen, Hitzegefühle: Deine Kund:innen kennen diese Symptome nur zu gut, aber kaum jemand versteht, was wirklich in der Haut passiert. Couperose und Rosazea gehören zu den häufigsten und gleichzeitig am meisten missverstandenen Hautzuständen. Für dich als Kosmetiker:in ist genau dieses Wissen Gold wert – denn wer die Ursache versteht, trifft die richtigen Entscheidungen bei Pflege und Behandlung. 
Dieser Artikel zeigt dir verständlich, wissenschaftlich fundiert und praxisnah, worin sich Couperose und Rosazea unterscheiden, wer besonders betroffen ist und welche Mechanismen die Haut so sensibel machen. 

Couperose vs. Rosazea – zwei Begriffe, ein Krankheitskontinuum 

Bevor du Behandlungsempfehlungen gibst, musst du genau wissen, mit welchem Hautzustand du es zu tun hast. Rötung ist nicht gleich Rötung – und ob Entzündung im Spiel ist oder nicht, macht einen gewaltigen Unterschied in der Behandlung. Dermatologische Leitlinien und große Fachquellen (u. a. AWMF S2k Rosazea-Leitlinie, Dermokompass, Infomedizin, Medipharma) unterscheiden klar zwischen den Stadien. 

Ein kurzer Überblick, bevor wir tiefer einsteigen: 

Couperose ist ein gefäßbetontes Frühstadium mit stabiler, aber dauerhaft geröteter Haut. Rosazea ist das entzündliche Folgestadium – mit Schüben, Papeln, Pusteln und erheblicher Überempfindlichkeit. 

Was ist Couperose? 

Couperose ist das erste Stadium der Gefäßproblematik. Typisch sind: 

  • dauerhaft erweiterte Äderchen (Teleangiektasien) 
  • diffuse Rötungen an Wangen und Nasenflügeln 
  • Hitzegefühl, Brennen, aber keine Entzündung 

Couperose wird von vielen Dermatologen als Stadium 1 der Rosazea beschrieben. 

Was ist Rosazea? 

Hier kommt zur Gefäßproblematik eine überaktive Entzündungsreaktion hinzu. 
Stadien laut dermatologischen Quellen: 

  1. Gefäßform (Couperose) 
  2. Papulopustulöse Rosazea 
  3. Phymatöse Rosazea (Verdickungen, v. a. an der Nase) 

Weitere Symptome: 

  • Flush-Attacken 
  • brennend-heiße Haut 
  • Pusteln & Papeln 
  • spontane Rötungen 
  • extreme Sensitivität 

Und wichtig: 70–80 % der Menschen mit Couperose entwickeln später Rosazea. 

Wie häufig sind Couperose & Rosazea – und warum reden so wenige darüber? 

Viele Kund:innen glauben, sie wären eine Ausnahme – tatsächlich gehören Couperose und Rosazea zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. Große epidemiologische Studien aus Europa, Dermatologieverbänden und Gesundheitsportalen zeigen eindeutig, wie verbreitet diese Erkrankungen sind. 

Es betrifft mehr, als du denkst: 

Rosazea ist keine Seltenheit, sondern ein Volksleiden. Das Problem: Viele werden nie diagnostiziert – ein Vorteil für dich als Expert:in, die Symptome früh zu erkennen. 

Zahlen aus europäischen Prävalenzstudien: 

  • 5–10 % der Erwachsenen in Europa betroffen 
  • In Deutschland etwa 4 Millionen Menschen 
  • In Nordeuropa bis zu 22% ab 30 Jahren 

Aufgeschlüsselt nach Geschlecht: 

  • Frauen: häufiger betroffen (ca. 74 %) 
  • Männer: seltener betroffen, aber deutlich schwerere Verläufe (v. a. Rhinophym) 

Altersverteilung: 

  • Beginn meist ab 30 
  • Peak Frauen: 61–65 Jahre 
  • Peak Männer: 76–80 Jahre 

Wer ist gefährdet – und warum?  

Bevor du eine Behandlung planst, musst du verstehen, warum bestimmte Menschen so stark reagieren. Die Ursachen sind gut erforscht – von Genetik über Umweltfaktoren bis zur Hautbiologie. 

Genetik, Umwelt, Lifestyle 

Rosazea ist kein Pflegefehler und kein Zufall. Sie ist das Ergebnis aus Veranlagung, Umwelt und einem Immunsystem, das etwas übereifrig reagiert. Genau hier musst du als Expert:inansetzen. 

Genetik – die halbe Wahrheit 

Zwillingsstudien zeigen: Die genetische Komponente macht etwa 50 % der Erkrankung aus.

Typisch betroffen:

  • helle, dünne, keltische Haut 
  • Bindegewebsschwäche 
  • familiäre Häufung von Rötungen 

Wenn also Mutter & Tochter beide „immer rot werden“, ist das kein Zufall. 

Umwelt & Trigger – die zweite Hälfte 

Der andere große Anteil kommt von äußeren Faktoren. Rosazea ist eine Haut, die einfach ALLES persönlich nimmt. 

Besonders starke Trigger laut Fachquellen: 

  • UV-Strahlung 
  • Hitze, Sauna, Dampfbäder 
  • abrupte Temperaturwechsel 
  • Alkohol, scharfes Essen, heiße Getränke 
  • Stress 
  • Duftstoffe, Menthol, Alkohol in Pflegeprodukten 

Warum das so ist:
Die Gefäße reagieren überempfindlich, erweitern sich unkontrolliert und lösen Entzündungskaskaden aus. Das erklärt, warum manche Kund:innen schon beim Gedanken an Glühwein rot anlaufen.

Was passiert eigentlich in der Haut?
Die Mechanismen einfach erklärt 

Um Rosazea richtig zu betreuen, musst du ihre Biologie verstehen. Dermatologische Quellen und die S2k-Leitlinie beschreiben eine Kombination aus Gefäßinstabilität, Entzündung und nervaler Überempfindlichkeit. 

Was in der Haut wirklich passiert: 

Rosazea ist mehr als „rote Haut“. Es ist eine Überreaktion auf Reize, die gesunde Haut völlig kaltlassen würden – ein Zusammenspiel aus Immunreaktionen, Gefäßschwäche und Barriereproblemen. 

1. Überempfindliche Blutgefäße 

Gefäße erweitern sich zu schnell und ziehen sich zu langsam zusammen. Ergebnis: Dauerrot oder plötzlich knallrot. 

2. Überaktives Immunsystem 

Die Haut produziert übermäßig antimikrobielle Peptide und entzündliche Botenstoffe. 

3. Neurovaskuläre Dysregulation 

Nerven reagieren falsch auf Hitze, Kälte oder Stress → Flushing. 

4. Barriereprobleme 

Aggressive Pflege schwächt die Haut zusätzlich. 

Ein unterschätztes Thema: Rosazea kann auch die Augen betreffen 

Viele Kosmetiker:innen erwarten eine Hauterkrankung – aber nicht, dass auch die Augen beteiligt sein können. Laut ophthalmologischen Quellen entwickelt etwa bis zu 20 % der Rosazea-Patient:innen eine relevante Augenbeteiligung.

Wenn Kund:innen über trockene, brennende, tränende oder stark lichtempfindliche Augen klagen, steckt oft Rosazea dahinter – manchmal sogar noch bevor typische Hautsymptome sichtbar werden.

Mechanismus: Meibom-Drüsen-Dysfunktion 

Bei Rosazea mit Augenbeteiligung verändern sich die Talgdrüsen am Lidrand: Die Lipidzusammensetzung des Tränenfilms gerät aus dem Gleichgewicht, die Drüsen verstopfen und entzünden sich. Bei bis zu 90 % der Betroffenen mit okulärer Rosazea lässt sich diese Meibom-Drüsen-Dysfunktion nachweisen.

Typische Symptome: 

  • trockene, aber tränende Augen 
  • „Sandkorngefühl“ 
  • rote, geschwollene Lidränder 
  • Lichtempfindlichkeit 
  • verklebte Wimpern am Morgen 

Warum du das erkennen solltest: 

Viele Betroffene wissen nicht, dass Augenprobleme zu Rosazea gehören. Deine Aufklärung zeigt Professionalität – und verhindert, dass Kund:innen jahrelang im Dunkeln tappen. 

Trigger verstehen 

Bevor du Behandlungen empfiehlst, ist Aufklärung entscheidend. Die meisten Schübe lassen sich mit Lifestyle-Anpassungen stark reduzieren. 

Warum Rosazea so unberechenbar ist: 

Rosazea reagiert nicht linear. Ein Tag Sonne → nichts passiert. Ein anderer Tag Sonne + Stress + heißer Kaffee → Vollalarm. Genau diese Unberechenbarkeit frustriert viele Kund:innen. 

Wissenschaftlich belegte Trigger: 

  • Hitze & Kälte 
  • UV-Licht 
  • heiße Getränke 
  • Alkohol & scharfes Essen 
  • Stress 
  • überpflegte oder falsch gepflegte Haut 

Je besser deine Kund:innen ihre Trigger kennen, desto stabiler bleibt die Haut. 

Pflege-Basics für Rosazea-Haut 

Bevor wir im nächsten Artikel genauer über Behandlungen gesprochen wird, müssen die Grundlagen stimmen. 

Was braucht Rosazea-Haut wirklich: 

Eine Rosazea-Haut braucht keine 12-Schritte-Routine – sie braucht Stabilität. Weniger ist mehr. 

Was gut funktioniert: 

  • milde Reinigung ohne Duftstoffe 
  • hautstärkende Wirkstoffe (Rutin, Niacinamid, Panthenol, Vitamin K, Algenextrakte) 
  • täglicher UV-Schutz, idealerweise mineralisch 
  • enzymatische Peelings statt Säuren 

Was vermieden werden sollte: 

  • AHA/BHA bei aktiver Rosazea 
  • mechanisches Reiben oder Rubbeln 
  • bedampfende Behandlungen 
  • zu viele Produkte gleichzeitig 

Ausblick: Von Hautwissen zur echten Veränderung 

Du weißt jetzt, wie sich Couperose und Rosazea unterscheiden, warum bestimmte Kund:innen stärker betroffen sind und welche biologischen Mechanismen hinter den typischen Rötungen stecken. Dieses Verständnis ist die Grundlage jeder professionellen Beratung – aber nur mit Hautwissen allein verschwinden die Rötungen deiner Kund:innen natürlich noch nicht. 
Damit du Betroffene wirklich sichtbar weiterbringst, brauchst du im nächsten Schritt sichere, wirksame und wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden. Genau darum geht es im zweiten Teil: 

  • welche Behandlungen Rosazea und Couperose tatsächlich verbessern 
  • warum IPL der medizinische Goldstandard ist 
  • weshalb RF-Microneedling erlaubt ist – und klassisches Needling nicht 
  • wie LED-Therapie Entzündungen messbar reduziert 
  • was absolut tabu ist 
  • und wie du diese Behandlungen professionell erklärst, anbietest und verkaufst

Kurz: Im 2. Teil unseres Blogs bekommst du das praktische Handwerkszeug, um aus deinem Hautwissen echte Ergebnisse zu machen – stabilere Haut, weniger Rötungen und langfristig glücklichere Kund:innen – also auf keinen Fall verpassen!  

Weitere Infos zum Thema:  

https://www.hautzentrumwien.at/rote-wangen-couperose-und-rosazea-was-kann-ich-tun
https://www.hautarzt-trier.de/medizinische-leistungen/dermatologie/sidebar/rosacea-couperose-gesichtsaederchen 
https://www.zm-online.de/news/detail/rosazea-die-gesichtsrose 
https://www.infomedizin.de/krankheiten/couperose-rosazea/ 
https://www.hautsache.de/Rosazea/Augenproblematik/Rosazea-und-Augenproblematiken.php 

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